Die vergangenen Aktivitäten des NV Horw aus dem laufenden Vereinsjahr können Sie hier nachlesen:
Biberspuren in Horw, 15. April 2026
Text: Ingrid Kassner
Seit Herbst 2025 ist der Biber zurück in Horw. An diesem Aprilabend führt uns Miriam Peretti, Projektleiterin der Aktion "Biber und Co Zentralschweiz" von Pro Natura, am Steinibach entlang Richtung See – dorthin, wo er seitdem seine Spuren hinterlässt. Die 20 Teilnehmenden erfahren viel Spannendes über unser (wieder) einheimisches Nagetier. Den Biber gibt es schon seit 15 Mio. Jahren auf der gesamten Nordhalbkugel. In der Schweiz einst ausgerottet, nimmt er heute erfolgreich wieder Platz in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet ein. Wo der Biber hinkommt, formt er die Landschaft, verändert die Gewässer und sorgt so für einen Anstieg der Artenvielfalt und Biomasse vieler anderer Tier- und Pflanzenarten. In den oft engen Platzverhältnissen an Bächen und Flüssen kann sein Werken aber auch zu Konflikten führen. Durch Aufklärung der Bevölkerung und Berücksichtigung des Bibers bei der Planung von Baumassnahmen an Gewässern lassen sich jedoch viele Probleme entschärfen.
Den Biber selbst sehen wir an diesem Abend nicht, dafür zahlreiche Spuren. Miriam zeigt uns zudem sein besonders dichtes Fell (ca. 23’000 Haare auf der Fläche eines Einfränklers!) sowie einen Schädel mit eindrücklichen Zähnen: Durch Eisenoxid-Einlagerungen sind sie orangefarben und aussergewöhnlich hart. Kurz vor Ende des Spaziergangs entdecken wir ausserdem eine Entenfamilie mit 13 frisch geschlüpften Küken.
Wildvogel-Station Berg am Irchel, 15. März 2026
Text: Ingrid Kassner
17 Interessierte machten sich mit dem Zug auf den Weg zur PanEco-Greifvogelstation in Berg am Irchel. Nach einer kurzen Einführung vor dem Eingang der Station freuten wir uns über den warmen Platz am Kachelofen. Dort lernten wir auch gleich den ersten Patienten kennen: einen verletzten und abgemagerten Turmfalken, der in einer Box im Warmen untergebracht war.
In den folgenden Stunden erfuhren wir viel über die Geschichte und die Arbeit der Station. Die Greifvogelstation arbeitet eng mit dem Tierspital Zürich zusammen, eine Zusammenarbeit, von der beide Seiten und vor allem die Greifvögel profitieren. Einfache Brüche können direkt in der Station versorgt werden, während kompliziertere Fälle im Tierspital geröntgt und behandelt werden. Anschliessend kommen die Tiere zur Rehabilitation zurück in die Station, bis sie wieder ausgewildert werden können. Im Laufe der Jahre hat die Station fast alle in der Schweiz vorkommenden Greifvogel- und Eulenarten behandelt, vom kleinen Sperlingskauz bis zum Bartgeier.
Zum Zeitpunkt unseres Besuchs befanden sich glücklicherweise nur vier Patienten in Pflege. Dafür wurden uns die in der Schweiz heimischen Greifvögel und Eulen anhand von Präparaten vorgestellt.
Wir hörten unter anderem die Geschichte eines Steinkauzes, der als blinder Passagier in einem Wassermelonentransporter den Weg von Italien in die Greifvogelstation fand, sowie die eines Schleiereulenkükens, das mit einem Heutransport aus Frankreich in der Station landete.
Zu Beginn ihrer Pflege werden die Vögel in kleinen Boxen untergebracht, bis sie wieder genügend Kraft haben, um in grössere Boxen im Pflegeraum umzuziehen. Am Ende ihrer Genesung werden sie in den Flugvolieren aufgepäppelt, bis sie bereit sind, in die Freiheit entlassen zu werden.
Wir danken der Station herzlich für die spannende Führung und ihr wertvolles Engagement für die Greifvögel.
Jahresberichte
Jahresbericht 2023
Jahresbericht 2024
Ältere Jahresberichte sind auf Anfrage verfügbar.

