Die vergangenen Aktivitäten des NV Horw aus dem laufenden Vereinsjahr können Sie hier nachlesen:
Was Steine erzählen, 11.10.2025
Text: Christina Imobersteg
Die Rahmenbedingungen waren perfekt: ideales Wetter und auf dem Vorplatz der Pfarrkirche St. Katharina warteten elf neugierige Teilnehmende. Pünktlich um 14 Uhr öffnete Franz Schenker, leidenschaftlicher Geologe mit Doktortitel seine Schatztruhe voll reicher Erfahrungen. Zu Beginn erklärte er die geologischen Besonderheiten der Gemeinde Horw auf einer Karte. Auf dem darauffolgenden Rundgang konnte dann einiges in Natura begutachtet werden; wie zum Beispiel ein Aufschluss der Unteren Süsswassermolasse im Grämliswald. Im Längacherwald besuchten wir den ehemaligen Sandsteinbruch, der ausserordentlich widerstandsfähige Steinquader lieferte. Horw war ohnehin einst wichtiger Lieferant von Baustoffen. Speziell die Horwer Platten erfreuten sich grosser Beliebtheit. Dabei handelte es sich um dünne, feinkörnige Platten, die unter anderem in einem heute stillgelegten Steinbruch südlich vom Ortsteil Winkel abgebaut wurden.
Der Friedhof bot dann weiteren Stoff für spannende Geschichten und Ausführungen, beispielsweise über den Marmor aus Bozen oder Carrara und über den Aaregranit.
Die Zeit verflog wie im Nu und einige hätten wohl gerne noch länger zugehört.
Die botanische Seite des Pilatus, 5. Juli 2025
Text: Susanna Geissbühler
Acht botanisch interessierte Personen fanden sich bei sommerlichem Wetter an der Talstation Alpnachstad ein, fuhren mit den Pilatusbahn bis zur Mittelstation Ämsigen und wanderten von da aus zusammen auf den Pilatus.
Die Wanderung führte uns durch Hochstaudenfluren, subalpine Weiden und alpine Schuttfluren. Gemeinsam erkundeten wir diese Lebensräume und lernten einige ihrer typischen Pflanzenarten kennen.
Von besonderem Interesse waren die zahlreichen kalkliebenden Arten der Blaugrashalden und die an den Lebensraum Schuttflur angepassten Pflanzenarten wie der sehr lokal verbreitete Sendtners Alpen-Mohn.
Tage der Artenvielfalt – 14./15. Juni 2025
Text: Anna Stäubli
Über 60 Expertinnen und Experten waren am 14. und 15. Juni 2025 in ganz Horw unterwegs, um Arten zu erfassen und so einen wichtigen Beitrag zur Dokumentation der Biodiversität zu leisten. Sie konnten über 1’000 Arten bestimmen, und die Liste wird weiter wachsen, wenn die Laborbestimmungen abgeschlossen sind. Highlights waren unter anderem die Alpenspitzmaus, die Alpine Gebirgsschrecke, das Auerhuhn, die Grosse Moosjungfer, die Geisterlibelle, die Waldschnepfe und das Zierliche Wollgras.
Am Samstag präsentierten sich 12 Organisationen mit informativen und toll gestalteten Ständen und dem offenen Horban Gardening sowie engagierten Fachpersonen. (Natur- und Vogelschutzverein Horw: Rekorde in der Horwer Vogelwelt; Natur und Umwelt Horw: Horws Naturperlen; Birdlife Luzern; Pro Natura Luzern; WWF Luzern; Umweltberatung Luzern (öko-forum); Jungforscherwerkstatt; Pilze; Wildtiere in der Siedlung; Naturmuseum Luzern; EAWAG: Einblick in die Wasserwelt von Horw – das Makrozoobenthos; Horban Gardening: biologischer Wildpflanzen- und Gemüsegarten im Zentrum von Horw).

Horws Naturperlen am Stand von Natur und Umwelt Horw
An 16 spannenden Exkursionen gaben Fachleute ihr Wissen und ihre Begeisterung für ihr Gebiet an Interessierte weiter. Und pünktlich zum grossen Gewitterregen fanden sich alle Beteiligten im Gemeindehaus Horw für das Schlussbouquet ein. Die Fachleute stellten ihre Funde vor und boten einen kurzweiligen Überblick über die Resultate der Tage der Artenvielfalt.
Was ist ein «Tag der Artenvielfalt» und weshalb führten wir in Horw einen solchen durch?
Die Idee «Tag der Artenvielfalt» wurde 1998 in den USA ins Leben gerufen: Artenkennerinnen und -kenner sollen innerhalb 24 Stunden in einem begrenzten Gebiet möglichst viele Tier-, Pilz- und Pflanzenarten nachweisen und die Ergebnisse dem Publikum präsentieren. So sollen der Bevölkerung die faszinierende Vielfalt, Schönheit und der Nutzen der Biodiversität (=Artenvielfalt) näher gebracht werden. Von der Zeitschrift GEO wurde diese Idee aufgegriffen und auch in Europa verbreitet. Mittlerweile beteiligen sich über den ganzen Kontinent hinweg alljährlich über 12’000 Naturbegeisterte an einem solchen Tag der Artenvielfalt.
Horw ist ideal um einen «Tag der Artenvielfalt» durchzuführen. Einerseits ist die natürliche Vielfalt in dieser Gemeinde, die vom See bis weit an die Hänge des Pilatus hinaufreicht, ausserordentlich gross. Weshalb es auch leicht war, genügend Artenkennerinnen und -kenner für die Suche zu motivieren. Andererseits ist eine bevölkerungsreiche Gemeinde wie Horw besonders gut dafür geeignet, eine grosse Zahl von Menschen neu für die Biodiversität zu begeistern.
Horwer Vögel, 25. Mai
Text: Mathias Mühlemann
Am Sonntag, 25. Mai begaben sich die Exkursionsteilnehmerinnen und -teilnehmer auf eine Wanderung von der Allmend via Bireggwald, Halbinsel und Steinibachried bis zu den Cholhütten. Unterwegs konnten wir einige Vögel finden – doch wir möchten unseren Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten, ebenfalls zu suchen. Die Auflösung finden Sie am Ende des Beitrags
Komsliehe Ruelintbgae Rhbäeknare Zaipllzp Mbausräseusd Mömcsnhacügrkse Buhsntpcet Miwtrmöleeteme Gpüenshcrt Szihcmlwaran Sttnckoee Hnaeutbehcaur Rtlehchekon Kbieelr Ghruaeerir Star Amesl Grtiilz Bhfinuck Hsriuesnlpag Gualäafunebemrtr Dsinelftik Sgooeäcenhlhmrhmdn, Rohremmar, Thrägshnierceor, Bsuhhlsen, Rlhuwbshcacae Fbleelnasshcwe, Grünfnik, Teaisnnmnee Sgeinsosdrl Btlsecahze Tharrnpeucespär Elestr Eheäehilchr Brueiepmpa
Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle die Fbleelnasshcwe. Das beobachtet Verhalten lässt eine Brut im Turm vom Kieswerk vermuten. Unsere Beobachtung wurde am Tag der Artenvielfalt bestätigt.
Auflösung des Worträtsels:
Kohlmeise Ringeltaube Rabenkrähe Zilpzalp Mäusebussard Mönchsgrasmücke Buntspecht Mittelmeermöwe Grünspecht Schwarzmilan Stockente Haubentaucher Rotkehlchen Kleiber Graureiher Star Amsel Girlitz Buchfink Haussperling Gartenbaumläufer Distelfink Sommergoldhähnchen, Rohrammer, Teichrohrsänger, Blesshuhn, Rauchschwalbe Felsenschwalbe, Grünfink, Tannenmeise Singdrossel Bachstelze Trauerschnäpper Elster Eichelhäher Baumpieper
Kräuterspaziergang in der Walpurgisnacht, 30. April
Text: Ingrid Kassner, Christoph Meyer
Rund zwanzig neugierige Teilnehmende folgten der Einladung zur Pflanzenexkursion mit Anna Poncet. Mit grossem Fachwissen, historischen Anekdoten und anschaulichen Beispielen brachte sie uns die oft übersehenen Schätze am Wegrand näher – von der Nelkenwurz, aus deren Wurzel früher das Malefiz-Pulver gegen jeden bösen Zauber gewonnen wurde, der heilenden Gundelrebe bis zur vielseitigen Brennessel. Dabei erfuhren wir viele spannende Geschichten von Wetter-, Schlaf- und Liebeszaubern, die sich in manchen Gegenden – nicht nur im Emmental – bis heute gehalten haben.
Zum Abschluss versammelten wir uns um ein wärmendes Feuer. Es gab einen selbstgemachten Hexentrank mit den zuvor gesammelten Kräutern – und ein besonderer Moment entstand, als Anna Farnsporen ins Feuer blies: ein kurzer, magischer Feuerschein, der den stimmungsvollen Abend perfekt abrundete.
Nacht der Eulen, 20. März
Text: Anna Stäubli
Am 22. März führten Simon Birrer und Jan Pfister 28 Teilnehmende über die Horwer Halbinsel zum Dickiwald. Sie erklärten, wie eng Eulenpopulationen mit dem Nahrungsangebot verknüpft sind: Viele Mäuse bedeuten viele Eulen – und die Zahl der Mäuse hängt wiederum von den „Mastjahren“ der Bäume ab. Wenn beispielsweise Buchen tausende Buchnüsschen tragen, finden diese reichlich Futter. Im Winter 2024/25 herrschte jedoch Flaute in den Horwer Wäldern, so waren uns an diesem Abend weder Eulenrufe noch Sichtungen vergönnt.
Mindestens ebenso spannend waren die Erläuterungen zum lautlosen, langsamen Eulenflug. Feine Härchen an den Flügelkanten und auf den Flügeln brechen die Luftströmung, so das Eulen ihre Beute lautlos anfliegen können. Ganz anders als Turmfalken, deren starre Schwingen ein deutlich hörbares Rauschen erzeugen, ihnen aber hohe Geschwindigkeiten erlauben. Besonders eindrücklich war es, diesen Unterschied anhand der mitgebrachten Flügel ertasten zu dürfen. Auch das in die Hand nehmen eines Eulengewölls war ein Highlight: Mit den darin enthaltenen Knochen lässt sich ein komplettes Mäuseskelett zusammensetzen.
Den Höhepunkt des Abends bildete jedoch die Beobachtung eines Sperbers, der in der Dämmerung kurz einer Fledermaus hinterherjagte.
Das geheime Leben der grössten Wildkatze Europas, 23. Januar 2025
Text: Christoph Meyer
24 interessierte jüngere und ältere Personen haben den eindrücklichen Dokumentarfilm «Luchs» des Fotografen Laurent Geslin gesehen. Der Film zeigt das Leben einer Luchsfamilie im Herzen des Juragebirges. Ungewöhnliche Nahaufnahmen liessen uns am zurückgezogenen Leben der scheuen Samtpfoten teilhaben. Thematisiert wurden die Geburt von Jungen, das Erlernen von Jagdtechniken, die Eroberung eines Territoriums, aber auch die Gefahren, die überall lauern.
Anna Stäubli führte gekonnt in den Filmabend ein und auf Plakaten konnte man weitere wissenswerte Infos erfahren.
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